Hinter den Häusern stehen wetterdunkle Scheunen. Sie ziehen einen bäuerlichen Schutzwall um die Dörfer. In den Obstgärten riecht es nach Zwetschken und spätem Sommer. Dahinter kräuselt sich die Waldviertler Landschaft.

Willkommen in der stressfreien Zone.
Hier kann Langsamkeit erlernt werden. Oder Ruhe geschöpft und Müßiggang komponiert werden. Hier kann die Seele baumeln: Hängematten laden dazu ein. Weiße Hängematten die am Ortseingang signalisieren, dass hier die stressfreie Zone beginnt.

Die Region zwischen Thaya, Taffa und Wild lädt dazu ein. Dazu bedarf es keiner Wellness-Tempel und Erlebniswelten. Dazu benötigt man eine Landschaft die in sich ruht. So wie die Wild, der dunkle, einst so unwegsame und wilde Wald, der nördlich des Horner Beckens aufsteigt, der Spaziergänger und Schwammerlsucher tief in sein Inneres lockt. Geheimnisvolle Ruinen stehen darin wie die Ruine Grub und das stolze Wappenschloss Wildberg. Und in der fruchtbaren Ebene liegt das ehemalige Zentrum des "Poigreichs" mit der tausendjährigen Kirche von Strögen und dem ehemaligen Kloster von St. Bernhard. Das Kloster von Pernegg, das in den Wald hinab blickt, hat sich die Ruhe zum Programm gemacht. Heilfasten und Meditationswochen werden im Kloster angeboten. Heilsames Wasser fließt aus den Bründeln, volkstümlich geschmückt und verehrt, wie jenes bei Fronsburg und das Florianibründl in Japons.
Wallfahrten sind Wege die zu sich führen. Umso mehr, wenn die Pilgerziele, Kleinode ländlicher Kirchenkultur sind wie St. Marein bei Brunn an der Wild, wie die Wallfahrtskirchen von Maria Schnee bei Zissersdorf oder Maria im Gebirge. Zu sich finden kann man auch, wenn man Farbe und Pinsel in die Hand nimmt. Und damit die eigene Kreativität freilegt, um die Welt um sich mit neuen Augen wahrzunehmen. Entdeckt die kleinen Akzente des bäuerlichen Barocks auf den Häusern, die Schnecken, die sich über einem Hoftor kringeln, steinerne Artischocken die ein Gartentor schmücken, Dahlien und Malven die hinter einem krummen Zaun glühen. Die Sommerkurse für Malerei und Kunsthandwerk im Prämonstratenserstift Geras bieten seit Jahrzehnten diese Möglichkeit.
Die Landschaft ist eine gute Lehrmeisterin der Ruhe. Zwischen Weitersfeld und Japons, zwischen den Ausläufern des Weinviertels und der unverwechselbar herben Waldviertler Landschaft ist genug Raum für die Ruhe. Hier ist der klimatische und geologischer Übergang zwischen den beiden niederösterreichischen Vierteln erlebbar. Der Übergang zwischen Löss zu Granit, den lauen Abenden und den frischen Sommernächten. Diesen Übergang leben die Weitersfelder Bauern, die obwohl Waldviertler, alle seit vielen Generationen Weingärten im Weinviertel bewirtschaften. Deswegen sind die Heurigen der "Waldner" auch etwas ganz besonderes.

Der Himmel scheint über Felder und Feldrainen höher und weiter zu sein und mehr Platz zu bieten für Phantasie. Dieser Himmel verbindet die Grenze, die zwischen Langau und Safov/Schaffa entlang der Felder verläuft. Und manchmal, wenn Kirtag hüben oder drüben gefeiert wird, ist der kleine Grenzübergang geöffnet: Eine Holzhütte am Rande eines Feldweges, ein Grenze garantiert stressfrei, ohne Stau und ein Geheimtipp.


Wo die wellige Landschaft abbricht, beginnt das Thayatal, das ebenso lieblich wie schroff ist, wo Felsen frei liegen und mit Ruinen verwachsen sind. Auf so einem Fels liegt Drosendorf, umschlossen von einer einzigartig erhaltenen Stadtmauer. Einst Wehrbau gegen feindliche Einfälle sind die Promenaden entlang der Stadtmauer heute beschauliche Wege. Nach der Tradition der alten Sommerfrische kann in Drosendorf gelebt werden. Das Flussbad an der Thaya und das historische Flair der Stadt vermitteln eine altmodische und damit umso liebenswertere Ruhe, die schon unsere Urgroßeltern hier fanden. Sie kamen mit Körben, Kindern, Koffern am Bahnhof an und vor ihnen lag ein Sommer der scheinbar endlos währte, der nur durch Sommergewitter und Kompotteinkochen unterbrochen wurde.
Apropos Kompott - auch Wohlgenuss schafft Ruhe. Die Genusswege von Geras führen zu Bauernhöfen, die ihre landwirtschaftlichen Produkte anbieten. Das Spektrum in der Region ist vielfältig. Vom Kräutergarten des Stiftes Geras bis zu aromatischen Essigessenzen aus Messern. Von wohlschmeckenden Gänsen bis zu raffinierten Basilikumpesto, von Waldviertler Weinen bis zum Bier einer Privatbrauerei in Japons.

Die Landschaft des Waldviertels ist herb und zart. Sie erschließt sich nicht auf dem ersten Blick. Dazu braucht es ein bisschen Zeit und Ruhe. Dazu laden die Hängematten ein.